Jetzt letztens, am 11. September, bin ich nochmal vor die Türe gekommen.
Schon lange angekündigt stand fest, dass ich das tue. Mit einer Bestimmtheit, die so groß ist, wie eine große Faszination.
Ich konnte mich darauf verlassen, dass es sich lohnt, den Fuß, erst den einen, dann den anderen, in Bewegung zu setzen um da unten anzukommen. Ich muss zwar einen Berg runterlaufen, für mich fühlt es sich nur jedesmal so an, als zöge die Steigung an. Je näher ich den Leuten komme, die sich langsam an diesem Ort versammeln, desto anstrengender wird es für mich. Schweiß, ein Katalog Rechtfertigungen, abgetragene Kleidungen, immer wieder gesehen – “Das Hemd!” sagt Simon liebevoll, schon öfter. Ich gehe aber weiter. Bisher war es noch jedesmal so, dass ich, war ich überzeugt, den Weg zuende gegangen bin, bis ans Ziel vor die Bühne. Die Ohren hungrig auf alles gerichtet -; nicht nur die Ohren. Alles, was zu sinnlicher Wahrnehmung fähig ist, fährt aus, manches mehr trainiert als monches. Treffe ich ein, an dem Ort, ist es wie durch eine Membran zu schlüpfen. Vorher noch allein, die innere Betriebsanleitung durchblätternd, plötzlich mitten drin in einer Rotte. Trallala, lallala, hallo, jaja, Baucheinziehen, Katalog langsam zum verstummen bringen, Leute ansehen, zuhören, reagieren, dies ausblenden, das herbeiwünschen, besonders das mit den schönen Haaren und den weichen Schultern und dem Blick …. ich bin zu abgelenkt um weiterzuschreiben, das ist Arbeit, das Scharfstellen auf das, was ich sagen will und das, was wirklich war.
Stichpunkte:
Musik, Bühne, live, Freude, Dankbarkeit, Rückkopplung, Rein in den Wald, raus aus dem Wald, Begeisterung, davon erzählen, wie war es für dich, wie für mich, tanzen gehen. Wertschätzen . Dann Tür auf, Frau rein, Cryptacize läuft, Frau an Hand: tanzen. Wie ein Walzer. Schön eng, angeschmiegt, ein Rücken, Muskeln, BH, leichter Kleiderstoff, überraschter Blick, “du führst aber gut”, Überraschung, dass der Tanz so schön ist, so gut funktioniert, Scham über Bieratem und Schweiß, trotzdem tanzen, neue Bewegungen probieren, hängen bleiben, lachen, weiter tanzen, den schönen Rücken in der Hand, Anweisungen geben, mit dem lüsternen Grinsen im Kopf die Brüste an der Brust, Beinen an meinen – Strumpfhosen! Weitertanzen, ja, das ist Tanzen: “Sich mit Musik bewegen.” Weniger fest die Hand drücken, weniger Druck, ganz leicht nur die Berührung, meine Anweisung.
Dann ist die Musik zu Ende. Never enough.